Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) prüfen
Die BU sichert dein Einkommen ab. Entdecke gefährliche Lücken wie die abstrakte Verweisung und prüfe, ob deine Klauseln wirklich wasserdicht sind.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dein finanzieller Rettungsschirm. Doch im Leistungsfall entscheidet oft ein einzelner Satz im Bedingungswerk darüber, ob du eine Rente erhältst oder leer ausgehst.
Besonders ältere Verträge enthalten oft noch Klauseln, die stark zum Nachteil des Versicherten ausgelegt werden können. Die wichtigsten Prüfpunkte sind Verweisungsklauseln, der Prognosezeitraum und Nachversicherungsgarantien.
Die abstrakte Verweisung
Der gefährlichste Fallstrick: Wenn der Versicherer auf eine 'abstrakte Verweisung' pocht, kann er die Zahlung verweigern mit dem Argument, du könntest theoretisch noch in einem völlig anderen Beruf arbeiten (z.B. Pförtner statt Chirurg) – selbst wenn es dort gar keine freien Stellen gibt. Gute Tarife verzichten komplett darauf.
- Ein guter Tarif enthält einen expliziten 'Verzicht auf abstrakte Verweisung'.
- Ältere Verträge prüfen: Steht dort noch etwas von 'gleichwertigen Tätigkeiten'?
Verkürzter Prognosezeitraum
Wie lange musst du voraussichtlich ausfallen, damit die Versicherung zahlt? Früher waren 3 Jahre üblich, heute sollte ein Prognosezeitraum von 6 Monaten der Standard sein.
Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung
Dein Leben verändert sich (Heirat, Hausbau, Gehaltssprung). Deine BU-Rente muss mitwachsen können. Achte darauf, dass du die Rente bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsfragen erhöhen kannst.
Checkliste
- Verzichtet der Tarif vollständig auf abstrakte Verweisung?
- Gilt ein Prognosezeitraum von maximal 6 Monaten?
- Zahlt die BU rückwirkend ab dem ersten Tag der Krankschreibung?
- Sind Nachversicherungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung vereinbart?
- Gibt es eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall (Leistungsdynamik)?
Häufige Fehler
- Tarif nur nach dem günstigsten Beitrag auswählen.
- Gesundheitsfragen beim Abschluss nicht zu 100% wahrheitsgemäß beantworten.
- Bei Gehaltserhöhungen vergessen, die BU-Rente anzupassen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Verzicht auf abstrakte Verweisung?
Der Versicherer kann dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest. Er muss zahlen, wenn du deinen ZULETZT ausgeübten Beruf nicht mehr schaffen kannst.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht?
Nein. Die gesetzliche Rente reicht oft kaum zum Leben und prüft nicht deinen jetzigen Beruf, sondern ob du noch IRGENDEINE Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst.

